Therapie bei Unterzuckerung (Hypoglykämie)
Die Therapie einer Unterzuckerung besteht in der Gabe von Traubenzucker. Es gilt: erst essen, dann messen. Diese einfache Weisheit sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Diabetiker ihre eigenen Symptome einer beginnenden Unterzuckerung erlernen müssen. Da wir wissen, dass ein gut eingestellter Diabetes die Folgeerkrankungen zwar nicht unbedingt vermeidet, aber zumindest erst viel später entstehen lässt, besteht die Tendenz, den Blutzucker lieber etwas niedriger zu halten. Hierin liegt die Gefahr, dass der Betroffene seine Symptome zwar erkennt, die Zeit bis zur Zuckeraufnahme aber zu lange wird und er dann durch den weiter sinkenden Blutzucker nicht mehr handlungsfähig ist und einer Bewusstlosigkeit zusteuert.
Bei ersten Anzeichen einer Unterzuckerung: Not-BE (Broteinheit)
erst essen, dann messen
2 BE rasch wirksame Kohlenhydrate (4 Plättchen Traubenzucker = 20g)
oder 1 Glas Obstsaft oder normale Cola (keine Diät- oder Light-Produkte)
zusätzlich 1 BE langsam wirkende Kohlenhydrate (z.B. ½ Scheibe Vollkornbrot)
körperliche Aktivitäten einstellen
Bei schwerer Unterzuckerung und Bewusstlosigkeit: Fremdhilfe erforderlich
Bewusstlose können nicht schlucken, daher nichts einflößen
Patient in stabile Seitenlage bringen
Notarzt rufen
Glucagon spritzen
Keine Panik
Die Unterzuckerung ist ein sehr ernster Zustand und sollte auch rasch beseitigt werden. Diabetiker sollten daher ihr persönliches Umfeld informieren, was wann wie zu tun ist, damit es keine bösen Überraschungen gibt. Todesfälle infolge einer schweren Unterzuckerung sind möglich, aber selten und meistens durch Unfälle im Verkehr oder an Maschinen bedingt.
Zuckerentgleisung
Diabetes mellitus Typ 1
Diabetes mellitus Typ 2
Schwangerschaftsdiabetes
Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 17.09.2007
