Diabetes: Stoffwechsel

Der Zuckerstoffwechsel im menschlichen Körper funktioniert folgendermaßen:
Den Zucker (Glukose) gewinnt der Körper aus der Nahrung (aus Kohlenhydraten z.B. in Brot, Kartoffeln, Obst usw.). Über die Blutbahn wird Glukose zu allen Körperzellen transportiert, die ihn mit Hilfe von Insulin aufnehmen und zur Energiegewinnung nutzen.

Blutzuckerregulierung

Im gesunden Körper ist das Wechselspiel zwischen Zuckerwerten im Blut und Zuckeraufnahme in die Zellen wie folgt reguliert:
Über das Gehirn gesteuert, wird die Zuckerkonzentration im Blut durch spezielle "Fühler" zu jedem Zeitpunkt gemessen. Inzwischen weiß man, dass die hormonproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse den Blutzuckerspiegel selbst messen können.

Ist der Zuckerspiegel hoch (z.B. nach einer Mahlzeit), ergeht ein Befehl an die Bauchspeicheldrüse (= Pankreas), ein spezielles Hormon (Insulin) zu produzieren. Das Insulin wird daraufhin freigesetzt und übermittelt sozusagen als Bote den Körperzellen, dass sie Zucker aus dem Blut aufnehmen sollen. Die Zellen ihrerseits verstehen die "Sprache" des Insulins über bestimmte Antennen, die Insulin-Rezeptoren genannt werden.

Durch die Aufnahme von Zucker in die Zellen sinkt der Zuckerwert im Blut. Das Gehirn registriert die Veränderung und gibt den Befehl an die Bauchspeicheldrüse, die Produktion von Insulin wieder zu verringern.

Jeder Mensch hat Blutzucker, nur ist beim Diabetiker dieser fein aufeinander abgestimmte Regelmechanismus nicht richtig reguliert und gestört. Deshalb steigt der Blutzucker unbehandelt immer höher an. Dafür gibt es hauptsächlich zwei Ursachen, und daher wird Diabetes auch in verschiedene Typen eingeteilt:


Einteilung des Diabetes mellitus

Nach der Weltgesundheitsorganisation WHO unterscheidet man seit 1998 die verschiedenen Diabetes-Typen wie folgt:

Typ 1

Beim Typ 1 liegt ein vollständiger Insulin-Mangel vor, der durch die Zerstörung der B-Zellen (Inselzellen der Bauchspeicheldrüse, die das Insulin produzieren) hervorgerufen wird. Man unterscheidet:

  • Typ 1A: immunologisch vermittelter Diabetes, der durch eine Immunantwort des Körpers auf beispielsweise Viren hervorgerufen wird.
  • Typ 1B: selbstständig auftretende Diabetes, idiopathisch (ohne erkennbare Ursache)

Typ 2

Vorwiegende Insulinrestistenz mit relativem Insulin-Mangel.
Die frühere Aufteilung in Typ 2a (Normalgewichtige) und 2b (Übergewichtige) wird nicht mehr verwendet.

Typ 3

Typ 3 ist eine Sammelgruppe für:

  • Typ 3A: Genetische Schädigung der B-Zellen

  • Typ 3B: Genetische Defekte der Insulin-Wirkung

  • Typ 3C: Krankheiten der nach außen sezernierenden Bauchspeicheldrüse

  • Typ 3D: Krankheiten, die durch hormonelle Störungen entstehen

  • Typ 3E: Diabetes durch Drogen oder Chemikalien

  • Typ 3F: Diabetes in Folge von Infektionen

  • Typ 3G: Seltene, immunologisch vermittelte Formen von Diabetes

  • Typ 3H: andere genetische Syndrome

Typ 4

Gestations- oder Schwangerschaftsdiabetes (GDM)

Die alte Einteilung wird häufig noch verwendet, auch wenn dies nicht mehr sein sollte:
  • Typ I: Die Inselzellen produzieren zu wenig Insulin

  • Typ II: Die Insulinproduktion ist normal, reicht aber in Folge von Überernährung nicht mehr aus

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 01.03.2008
 

Zusatzinformationen oder Werbung

Informationen

Auf diesen Seiten finden Sie weiterführende Informationen rund um das Thema Zuckerkrankheit (Diabetes$

 

Diabetes mellitus

Diagnostik und Behandlung

Blutzucker− Regulierung

Zuckerentgleisung

Insulinpumpen− Therapie

 

Lesetipps zum Diabetes mellitus