Diabetes: Verlaufskontrollen
Regelmäßige Kontrollen bei einem Diabetes-Spezialisten (Diabetologe DDG, Diabeteszentrum), Nierenspezialist (Nephrologe), Augenarzt und Nervenarzt (Neurologen) sind für jeden Diabetiker, egal ob Typ 1 oder Typ 2, ein unbedingtes Muss. Blutdruck und Gewicht werden routinemäßig erfasst.
Blutzucker
Die regelmäßige Eigenkontrolle des Blutzuckers gibt nur den beim Messen aktuellen Wert wieder. Zur Bestimmung des langfristigen Krankheitsverlaufes muss der Arzt aber den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten 4 bis 6 Wochen kontrollieren. Hierzu wird im Blut das glykosilierte Hämoglobin bestimmt (HbA1c-Wert). Um den Zuckerstoffwechsel genauer beurteilen zu können, gibt es eine kontinuierliche Zuckermessung. Sie kann insbesondere beim Typ-1-Diabetes bei labiler Stoffwechsellage für einen Behandlungsplan hilfreich sein.
Nierenfunktion und Fettstoffwechsel
Die Laboruntersuchung einer Blutprobe gibt Aufschluss über den Zustand und die Funktion verschiedener Organe, z.B. die Bestimmung von Harnstoff, Harnsäure und Kreatin, Cholesterin und Triglyceriden. Die Nierenfunktion kann auch durch eine Urinprobe kontrolliert werden (z.B. auf eventuell vorhandenes Eiweiß (Mikroalbuminurie), das ein deutlich erhöhtes Risiko für Nieren- und Gefäßkomplikationen anzeigt).
Herz
Ein EKG (Elektrokardiogramm, Ableitung der Herzströme) wird angefertigt, um z.B. Störungen des Herzschlages (Herzrhythmusstörungen) frühzeitig zu erkennen. Auch Durchblutungsstörungen des Herzmuskels können so entdeckt werden.
Füße
Besonders bei älteren Menschen mit erhöhtem Blutzucker ist eine gründliche Inspektion der Füße wichtig. Hier muss auf kleinste Verletzungen und Druckstellen geachtet werden, die zu schlecht heilenden Wunden ausarten und infiziert werden können. Eine regelmäßige medizinische Fußpflege ist jedem Diabetiker dringend anzuraten, zumal auch durch die allmähliche Sehverschlechterung der Betroffene kleine Stellen nicht erkennen kann.
Augen
Mindestens einmal im Jahr muss der Augenarzt aufgesucht werden: Kontrolle des Augenhintergrundes bei weit getropfter Pupille zur Beurteilung der Netzhaut.
Nerven
Mindestens einmal jährlich muss auch eine neurologische Untersuchung erfolgen, um eventuelle Nervenschädigungen (diabetische Neuropathie) rechtzeitig feststellen zu können.
Diabetes mellitus Typ 1
Diabetes mellitus Typ 2
Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 01.03.2008
