Insulin zum Einatmen

Inhalation von Insulin bei Diabetes

Viele Diabetiker haben Angst vor dem Spritzen. Deshalb erprobten Wissenschaftler schon seit einiger Zeit Insulin-Inhalationsgeräte. Das erste Modell wurde im Sommer 2001 bei einem Diabetes-Kongress in Genf vorgestellt.

Inhalationsgerät

Das elektronische Inhalationsgerät ist so groß wie eine Videokassette. Es wird mit kleinen Insulin-Streifen geladen, die zehn Einheiten des Spritzinsulins entsprechen. Da der Körper über die Lunge nur 13 Prozent des eingeatmeten Insulins aufnimmt, muss im Vergleich zu Spritzinsulin die zehnfache Menge Insulin inhaliert werden.

Anwendung

Die Anwendung ist einfach: Der Patient stellt die benötigte Dosis an der Anzeige ein und atmet den Insulinnebel ein. Das Gerät überprüft die Geschwindigkeit, mit der die Luft einsaugt wird. Nur wenn die richtige Menge Insulin in die Lunge gelangt, leuchtet ein grünes Lämpchen auf. Beim Einatmen wird das flüssige Insulin durch eine Folie mit Löchern gedrückt. Es entstehen mikrofeine Tröpfchen, die von der Lunge schnell aufgenommen werden können.

Genaue Dosierung möglich

Erste Pilotstudien bei Typ-1-Diabetikern haben ergeben, dass Insulinsprays genau dosiert werden können.

Inhalatives Insulin hat sich nicht durchgesetzt

Im Oktober 2007 hat die Firma Pfizer das inhalative Insulin (Exubera®) wieder vom Markt genommen. Da das Gerät zum Inhalieren relativ groß und die Behandlung wesentlich teurer ist, als die mit subkutan gespritztem Insulin, hat sich Exubera® auf dem Markt nicht durchgesetzt und wurde bisher in Deutschland und weltweit nur bei vergleichsweise wenigen Patienten angewandt.

Diabetes mellitus Typ 1
Diabetes mellitus Typ 2

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 28.10.2008
 

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