Diabetes mellitus Typ I im Alltag

Der Alltag mit Typ I Diabetes lässt sich mit etwas Übung gut meistern

Der Alltag mit Typ I Diabetes lässt sich mit etwas Übung gut meistern
(Quelle: Photodisc)

Sobald ein Diabetiker sich an seine Erkrankung, die Einnahme seiner Medikamente und die Einhaltung seines Ernährungsplans gewöhnt hat, ist es notwendig, im Alltag einige Anpassungen vorzunehmen. Denn die Diagnose Diabetes mellitus Typ I beeinflusst nahezu alle täglichen Aktivitäten.


Medizinische Aspekte im Alltag

Diabetiker müssen ihre Erkrankung stets berücksichtigen. Dies gilt auch bei Krankheiten oder medizinischen Eingriffen, die für Gesunde zur Routine zählen. Daher sollten sich Menschen mit Typ I Diabetes frühzeitig darüber informieren, welche Medikamente sie dann bei leichten Erkrankungen, wie beispielsweise einer Erkältung, gefahrlos einnehmen können. Erkrankungen und die Einnahme von Medikamenten können den Blutzucker erhöhen oder ihn abfallen lassen. Diabetiker müssen lernen in der Lage zu sein, die jeweilige Situation zu erkennen und darauf angemessen zu reagieren.

Auch während Operationen muss der Blutzucker von den Ärzten besonders bewacht werden und es kann sein, dass Diabetiker längere Zeit benötigen, um nach einer Operation wieder gesund zu werden. Diabetiker müssen sich jährlich gegen Grippe impfen lassen. Es wird auch eine Pneumokokken-Schutzimpfung angeraten.


Diabetes Typ I während der Pubertät

Während der Pubertät ist der Körper eines Teenagers hormonellen Schwankungen unterworfen. Dies kann sich auf die Erkrankung und ihre Behandlung auf besondere Weise auswirken. Eltern pubertierender Kinder mit Typ I Diabetes müssen in dieser Zeit besonders achtsam sein, da bisherige Routineabläufe plötzlich aus dem Lot geraten können und sich die Reaktion des Blutzuckers auf bestimmte Ereignisse stark verändern kann.


Sport und Diabetes Typ I

Menschen mit Diabetes müssen nicht auf Sport verzichten. Sportliche Aktivitäten können sich sogar positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden auswirken. Diabetiker müssen jedoch ihren Zuckerspiegel sorgfältig überwachen und dabei auch die Dauer der sportlichen Betätigung und das Leistungsniveau berücksichtigen.

Daneben ist es sinnvoll, mit dem Trainer und dem Sport-Team über die Erkrankung zu sprechen und diese über besondere Bedürfnisse oder Notfallmaßnahmen aufzuklären.


Sexualität, Familienplanung und Schwangerschaft

Frauen und Männer mit Diabetes können ein normales Sexualleben führen. Doch kann es bei ihnen häufiger als bei anderen Menschen aufgrund von Durchblutungsstörungen und Nervenschäden zu Erektionsstörungen kommen. Auch das sexuelle Verlangen und Empfinden kann gedämpft sein.

Bei guter Vorsorge und entsprechender Vorgehensweise muss eine Schwangerschaft bei Frauen mit Diabetes nicht ausgeschlossen werden. Wichtig für einen normalen Ablauf von Schwangerschaft und Entbindung ist jedoch, dass der Blutzucker optimal eingestellt ist. Die Veränderungen während einer Schwangerschaft machen es erforderlich, den Ernährungsplan oder auch den Zeitpunkt der Messungen anzupassen.

Die Strapazen, die junge Eltern mit einem kleinen Kind durchleben, können bei Diabetikern noch wesentlich stärker ausfallen. Es wird besonders bei Hormonschwankungen, häufigem Stillen oder Schlafmangel notwendig, den Blutzuckerspiegel sorgfältig zu überwachen.

Bei allen Fragen rund um Sexualität, Familienplanung und Schwangerschaft sollten Diabetiker den Rat ihres betreuenden Arztes einholen.


Autofahren mit Diabetes

Generell spricht nichts dagegen, als Diabetiker den Führerschein zu erwerben, oder ein Fahrzeug zu lenken. Sofern die Betroffenen gut mit ihrer Erkrankung umgehen können, besteht auch kein erhöhtes Unfallrisiko im Vergleich zu anderen Verkehrsteilnehmern.

Zu einem Unfall kann es durch Sehstörungen oder auch eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommen. Vor allem Diabetiker, die auf Insulin angewiesen sind müssen darauf achten, nicht in einen kritischen Zustand mit Kontrollverlust oder Bewusstlosigkeit zu geraten. Daher ist es immer ratsam, vor einer längeren Fahrt den Blutzuckerwert zu bestimmen und im Auto Glukosetabletten oder andere kohlenhydratreiche Nahrungsmittel zu deponieren.

Treten die Symptome einer Unterzuckerung auf, wie beispielsweise Kopfschmerz, Schwindel oder pelzige Lippen, müssen Diabetiker sofort am rechten Fahrbahnrand anhalten und mit der Weiterfahrt warten, bis sie sich wieder besser fühlen.


Reisen mit Diabetes

Für Diabetiker sind Reisen nicht tabu, sofern sie gut mit ihrer Erkrankung umgehen können und keine Komplikationen, wie beispielsweise ein diabetischer Fuß, vorliegen. Es gibt allerdings einige wichtige Punkte zu beachten:


  • Diabetiker sollten mögliche Wechsel der Zeitzonen beachten, da dieser den normalen Insulin- und Mahlzeitenrhythmus aus der Bahn bringen könnte.
  • Verzögerungen und Umwege sind auf Reisen nichts Ungewöhnliches. Daher sollten Diabetiker stets mehr Medikamente und Utensilien für die Insulinzufuhr bei sich tragen, als sie ihrer Einschätzung nach benötigen werden.
  • Vor Reiseantritt sollte der behandelnde Arzt eine Liste mit den besonderen Erfordernissen der Versorgung aufstellen. Es kann auch sinnvoll sein, sich für den Notfall ein internationales Rezept für benötigte Medikamente ausstellen zu lassen.
  • Bei Flugreisen könnte der verminderte Luftdruck zu feinen Gasblasen in den Insulinampullen führen, was Auswirkungen auf die Dosierung haben könnte.


Quellen:
Jäckle, R. et al: Gut leben mit Typ 1 Diabetes. Urban & Fischer Verlag, München 2007
Online-Informationen der Medtronic GmbH: www.diabetes-info.co.uk (Stand: März 2009)
Online-Informationen des ADAC e.V., München: www.adac.de. Mit Diabetes mellitus mobil. (Stand: November 2008)
Online-Informationen des ADAC e.V., München: www.adac.de. Reisen mit Diabetes. (Stand: März 2009)

 

Autor: Qualimedic.com AG 
Letzte Änderung am: 12.03.2009
 

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